Handgezeichnete Liste "Top 10 NHL Forwards of All Time" auf zerknittertem Notizbuchpapier. Einige Namen durchgestrichen und ersetzt, andere eingekreist. Randnotizen und vier Bleistiftskizzen von Eishockeyspielern. Kaffeefleck oben rechts.

Die 10 besten NHL-Stürmer aller Zeiten

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Die 10 besten NHL-Stürmer aller Zeiten

Wer glaubt, diese Liste sei diskutabel, hat recht — und wer glaubt, Platz 1 sei diskutabel, hat keine Ahnung von Eishockey.

Von Andri Farrer  ·  Lesedauer ca. 9 Min.

Ich bin 28. Gretzky live gesehen? Keine Chance — ich war drei, als er seine Schlittschuhe an den Nagel hängte. Aber ich habe jedes verfügbare Recap geschaut, keine einzige Folge Spittin' Chiclets verpasst, und könnte euch die Karrierestats dieser Männer im Schlaf aufsagen. Diese Liste basiert auf Zahlen, Geschichte und dem Respekt, den man sich erarbeitet, wenn man tausende Stunden in dieses Spiel investiert — auch wenn es nur vor dem Bildschirm war.

Drei Kriterien entscheiden: nackte Statistiken, Dominanz in ihrer Ära — und die Frage, ob das Spiel ohne diesen Mann ein anderes wäre. Wer nur Tore schiesst, ist ein Torschütze. Wer das Spiel verändert, ist eine Legende. Genau darum geht es bei den besten NHL-Stürmern aller Zeiten.

Wer verstehen will, wie die NHL-Playoffs funktionieren und warum diese Männer dort unsterblich wurden, findet hier unsere Erklärung der Stanley Cup Playoffs. Und wer die Top 15 NHL-Spieler aller Zeiten kennen will — haben wir auch.

10

Steve Yzerman

Detroit Red Wings  ·  1983–2006

Wenn man über die besten NHL-Stürmer aller Zeiten spricht, fällt Yzermans Name oft zu spät. Das ist ungerecht. Stevie Y war kein Superstar, der vom Himmel fiel — er war ein Anführer, der sich jeden Zentimeter Respekt erarbeitete. 22 Saisons, ein einziger Club, drei Stanley Cups. In einer Ära, in der Loyalty im Profisport eine Seltenheit ist, steht Yzerman für etwas, das kaum mehr existiert. Ich habe hunderte Stunden Detroit-Footage gesehen — dieser Mann hat die Red Wings nicht angeführt, er war die Red Wings.

"22 Saisons. Ein einziger Club. Drei Cups. Mehr muss man über Stevie Y nicht wissen."
Spiele Tore Assists Punkte Stanley Cups
1755 692 1063 1755 3 (1997, 1998, 2002)
9

Brendan Shanahan

New Jersey, St. Louis, Hartford, Detroit, NY Rangers  ·  1987–2009

656 Tore und über 2000 Strafminuten. Ich habe diese Zahl hundertmal gesehen und sie fasziniert mich noch immer — denn keine andere Kombination in der NHL-Geschichte kommt auch nur annähernd ran. Shanahan war der komplette Stürmer: Er konnte kämpfen wie ein Enforcer und skoren wie ein Sniper. Wer Shanahan nur als Torschützen betrachtet, hat nur die Hälfte der Geschichte. Er brachte seinen Mitspielern Respekt, seinen Gegnern Angst — und dem Spiel eine rohe Leidenschaft, die in der heutigen NHL kaum noch existiert.

Spiele Tore Assists Punkte Stanley Cups
1524 656 698 1354 3 (1997, 1998, 2002)
8

Jaromir Jagr

Pittsburgh, Washington, NY Rangers u.v.m.  ·  1990–2018

Jagr spielte noch mit 45 Jahren auf NHL-Niveau. Das allein verdient einen Platz unter den besten NHL-Stürmern aller Zeiten. Ich erinnere mich an Recaps aus seinen letzten Saisons — der Mann war immer noch gut, immer noch gefährlich. Aber der junge Jagr in Pittsburgh? Überirdisch. Sein Rückhandschuss, diese Gabe den Puck im Eck zu behaupten als gehörte er ihm persönlich — kein Flügelstürmer vor oder nach ihm hat das so gespielt. 766 Tore, fast drei Jahrzehnte Profi. Respekt.

Spiele Tore Assists Punkte Stanley Cups
1733 766 1155 1921 2 (1991, 1992)
7

Mike Bossy

New York Islanders  ·  1977–1987

Neun Saisons. Neun Mal mindestens 50 Tore. Ich sage das nochmal: neun von neun. Kein anderer Spieler in der Geschichte der NHL hat das auch nur annähernd wiederholt. Bossy war kein grosser Athlet, kein Kämpfer, kein Allrounder — er war ein reiner Künstler im Slot. Die Islanders-Dynastie der frühen 80er, vier Cups in Folge, ist ohne Bossy schlicht nicht vorstellbar. Dass ein Rückenleiden ihn mit 30 Jahren stoppte, ist einer der grössten Was-wäre-wenn-Momente der NHL-Geschichte.

Spiele Tore Assists Punkte Stanley Cups
752 573 553 1126 4 (1980–1983)
6

Gordie Howe — «Mr. Hockey»

Detroit Red Wings, Hartford Whalers  ·  1946–1980

«Mr. Hockey». Es gibt keinen Spieler in der Geschichte des Sports, dessen Spitzname weniger erklärt werden muss. Gordie Howe spielte in der NHL, als sein Sohn Marty bereits Profi war — in derselben Mannschaft. Mit 52 Jahren bestritt er noch ein NHL-Spiel. Die Zahlen sind absurd, die Longevity ist absurd — aber was mich am meisten fasziniert ist der «Howe Hat Trick»: ein Tor, ein Assist, eine Schlägerei in einem Spiel. Dass dieses Kunststück seinen Namen trägt, sagt alles über den Mann.

Spiele Tore Assists Punkte Stanley Cups
1767 801 1049 1850 4 (1950, 1952, 1954, 1955)
5

Bobby Hull — «The Golden Jet»

Chicago Blackhawks, Winnipeg Jets u.a.  ·  1957–1980

Bobby Hulls Schuss soll mit über 190 km/h gemessen worden sein — ohne Slapshot-Radar, ohne moderne Messtechnik, einfach durch die schiere Panik der Torhüter. Er war der erste Spieler, der den Curved Stick populär machte und damit das Spiel für immer veränderte. «The Golden Jet» war Athletik, Charisma und Kraft in einem Paket, das die NHL bis dahin nicht kannte. Dazu kommt: Er sprang 1972 in die WHA — damals ein radikaler Schritt — und bewies, dass Spieler auch Macht haben können. Ein Revolutionär, on and off the ice.

Spiele Tore Assists Punkte Stanley Cups
1063 610 560 1170 1 (1961)
4

Maurice «Rocket» Richard

Montréal Canadiens  ·  1942–1960

Es gibt Spieler, die Statistiken schreiben. Und es gibt Spieler, die Geschichte schreiben. Maurice Richard war beides. Als erster Spieler überhaupt erzielte er 50 Tore in 50 Spielen — 1944/45, in einer Ära ohne moderne Trainingsmethoden, ohne Sporternährung, ohne die Hälfte der heutigen Ressourcen. Aber Rocket Richard war mehr als Zahlen: Er war die Seele Québecs, ein kulturelles Symbol für eine ganze Nation. Als die NHL ihn 1955 suspendierte, gab es Aufstände in Montréal — die «Richard Riots». Kein anderer Eishockeyspieler hat je eine solche gesellschaftliche Wirkung gehabt.

"50 Tore in 50 Spielen, 1944. Die Messlatte aller Messlaten — und er stellte sie auf, bevor irgendjemand wusste, dass es eine geben würde."
Spiele Tore Assists Punkte Stanley Cups
978 544 421 965 8 (1944–1960)
3

Mario Lemieux — «Le Magnifique»

Pittsburgh Penguins  ·  1984–2006

Lemieux ist das grösste Was-wäre-wenn der NHL-Geschichte. Der Mann spielte durch Krebs, durch Rückenoperationen, durch eine Pause von fast zwei Jahren — und landete trotzdem als zweitbester Scorer aller Zeiten. Wenn Lemieux gesund gewesen wäre, würden wir gerade über Platz 1 diskutieren, nicht über Platz 3. Seine bereinigten Punkte pro Spiel übertreffen sogar Gretzky. 1,88 Punkte pro Spiel. Für seine gesamte Karriere. Das ist keine Statistik, das ist Science-Fiction. 1,93 Meter, geschmeidig wie ein Balletttänzer, stark wie ein Bulle — «Le Magnifique» ist der vollständigste Stürmer, den ich je auf Film gesehen habe.

"In einer Nacht gegen New Jersey erzielte Lemieux fünf Tore auf fünf verschiedene Arten: Powerplay, Unterzahl, Penalty, im Feld, Nachschuss. Fünf Kategorien, fünf Tore. Schaut es euch an — es existiert auf YouTube und es bleibt jedes Mal unbegreiflich."
Spiele Tore Assists Punkte Stanley Cups
915 690 1033 1723 2 (1991, 1992)
2

Bobby Orr

Boston Bruins, Chicago Blackhawks  ·  1966–1979

Ich weiss, was ihr jetzt denkt: Bobby Orr war Verteidiger. Korrekt. Und trotzdem steht er auf Platz 2 der besten NHL-Stürmer aller Zeiten — weil Orr das Spiel so spielte, dass Positionen schlicht keine Bedeutung mehr hatten. Er gewann zweimal die Torjägerkanone. Als Verteidiger. Er revolutionierte die Position so vollständig, dass jeder offensive Defensemann seither nur als «der nächste Orr» beschrieben wird — und keiner je wirklich rankommt. Acht Knieoperationen haben ihm eine Karriere gestohlen, die diese Liste anders aussehen lassen würde. Mit zwei gesunden Knien? Vielleicht Platz 1.

Spiele Tore Assists Punkte Stanley Cups
657 270 645 915 2 (1970, 1972)
1

Wayne Gretzky — «The Great One»

Edmonton Oilers, LA Kings, St. Louis Blues, NY Rangers  ·  1979–1999

Es gibt keine Diskussion. Ich war drei Jahre alt, als Gretzky aufhörte — ich werde ihn nie live gesehen haben. Aber ich habe jedes verfügbare Tape geschaut, jede Analyse gelesen, jeden Podcast gehört, der seinen Namen erwähnt. Und je mehr man sich damit beschäftigt, desto unbegreiflicher wird er. Wayne Gretzky hat mehr Punkte erzielt als jeder andere Spieler in der NHL-Geschichte — und wenn man nur seine Assists zählt, steht er immer noch an der Spitze der All-Time-Punkteliste. Seine Assists allein schlagen jeden anderen Spieler. Das ist keine Statistik mehr. Das ist ein Naturphänomen. Er war nie der Schnellste, nie der Stärkste. Er war einfach schlauer als alle anderen — zwei Sekunden voraus, immer, auf jedem Eisfeld, in jeder Situation. Wenn wir über die besten NHL-Stürmer aller Zeiten sprechen, beginnt und endet die Antwort bei einem einzigen Namen.

"I skate to where the puck is going to be, not where it has been." — Wayne Gretzky
Spiele Tore Assists Punkte Stanley Cups
1487 894 1963 2857 4 (1984, 1985, 1987, 1988)

Fazit: Gretzky ist unantastbar — aber wer ist wirklich Zweiter?

Platz 1 steht fest. Das war er vor 30 Jahren, das wird er in 30 Jahren noch sein. Die wirklich spannende Frage ist: Wer kommt nach ihm? Lemieux ohne die Verletzungen? Orr ohne die kaputten Knie? Ich könnte diese Debatte stundenlang führen — und tue es regelmässig.

Das ist die Schönheit dieser Liste: Sie ist nie wirklich fertig. Neue Generationen entdecken diese Männer über Highlights, Podcasts und Statistiken — genau wie ich. Und genau das macht die besten NHL-Stürmer aller Zeiten so unsterblich: Sie sind Legenden, keine Statistiken. Sie leben weiter, solange wir über sie streiten.

Eure Meinung? Schreibt es in die Kommentare — ich freue mich auf die Diskussion.

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Andri

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Andri ist ein Hockeystick-Nerd, aktiver Hockeyspieler und Mitgründer von ABSHockey.
Er spielt Inline-Hockey in der Nationalliga A sowie Eishockey in der 4. Liga und teilt in seinen Artikeln praxisnahes Wissen rund um Hockeyschläger, Material und Performance.

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