Brayden Point Curve: Der extreme Toe-Hook erklärt – und welche SOYUZ-Curve ihr am nächsten kommt
Es gibt Curves, die man spielt – und Curves, über die man spricht. Die Brayden Point Curve gehört klar zur zweiten Sorte. Wer sie zum ersten Mal in der Hand hat, dreht die Kelle zweimal um: Vorne biegt sich da ein Toe-Hook weg, wie ihn kein Retail-Bogen von Bauer, CCM oder Warrior im Programm hat. Genau deshalb wird sie gesucht, getauscht und in Foren diskutiert. Hier erfährst du, was hinter der Point Curve steckt, was sie wirklich kann – und welche SOYUZ-Curve ihr am nächsten kommt.
Wer spielt sie?
Brayden Point, Center der Tampa Bay Lightning, zweifacher Stanley-Cup-Sieger und einer der effizientesten Torschützen der Liga. Sein Markenzeichen ist kein Hammer von der blauen Linie, sondern der Abschluss aus dem Slot: Puck annehmen, kurz hinziehen, weg ist er – oft bevor der Goalie überhaupt gesetzt ist. Und seine Kelle ist auf genau diesen Schuss gebaut.
So sieht die Point Curve aus
Die Point Curve ist im Kern eine Mid-Curve – der Bogen startet ähnlich wie bei einer P88, also eher zahm und mittig. Der Unterschied kommt im letzten Drittel der Kelle: Dort setzt ein extremer Toe-Hook an, deutlich stärker als bei jeder Retail-Toe-Curve. Der Toe selbst ist unten abgeflacht («squared-off»), was der Kelle vorne mehr Kontaktfläche gibt, als man bei so viel Hook erwarten würde. Pro-Stock-Exemplare laufen typischerweise mit Lie 6.
Wer unsere Curves kennt: Die Grundform ist mit der P71 vergleichbar. Die Point Curve hat aber mehr Toe – und der starke Toe-Bogen beginnt später. Das ist der entscheidende Punkt, denn genau dieses «spät, aber heftig» macht ihren Charakter aus.

Was die Point Curve kann
Release aus engen Räumen. Der extreme Toe erlaubt es, den Puck sehr nah am Körper zu ziehen und aus der Bewegung abzuschliessen – ohne Ausholen, ohne Ankündigung. Im Slot, bei Verkehr vor dem Tor, nach einem kurzen Cut: Genau dort spielt sie ihre Stärke aus.
Schnelle Höhe. Weil der Puck beim Schuss über den Toe abrollt, kommt er schnell hoch. Aus fünf Metern unter die Latte ist mit dieser Kelle keine Kunst mehr, sondern Standard.
Toe-Drags, Toe-Drag-Shots und Dangles. Der Hook «fängt» den Puck. Wer gerne vorbeizieht und direkt abschliesst, hat mit der Point Curve deutlich mehr Kontrolle in der Bewegung als mit einer klassischen Mid-Curve.
Und was sie kostet
Ehrlich gesagt: die Backhand. Sie ist mit der Point Curve deutlich schwieriger als mit einer P92 oder P88 – so viel Toe-Hook lässt sich auf der Rückhand nicht wegdiskutieren. Der Trost: Weil der Toe erst spät beginnt, bleibt der mittlere Teil der Kelle relativ neutral, und die Backhand ist damit trotzdem spielbar. Nicht komfortabel, aber möglich. Wer als Center viele Backhand-Pässe oder Bully-Arbeit spielt, sollte sich das bewusst machen. Und wie bei jeder aggressiven Toe-Curve gilt: Plan zwei, drei Trainings Eingewöhnung ein, bevor du urteilst.

Welche SOYUZ-Curve kommt der Point Curve am nächsten?
Die Point Curve gibt es nur als Pro-Stock, mit Glück und zu Sammlerpreisen. Wer das Gefühl will, ohne auf eBay zu jagen, hat bei uns zwei Kandidaten – je nach Hand:
P116 – für Rechtsausleger. Sehr ähnlicher Toe, sehr ähnliche Grundform, Lie 5.5. Wenn du Point spielen willst und rechts schiesst, ist das unsere klare Empfehlung. Die P116 gibt es bei uns nur als RH.
P67 – für Linksausleger. Ebenfalls ein starker, sehr ähnlicher Toe-Hook, Lie 6.5. Die beste Annäherung an die Point Curve für alle, die links schiessen.
P71 – die Grundform. Wer den Charakter mag, aber etwas weniger Toe will, landet bei der P71: gleiche Basis, der Hook fällt moderater aus und setzt früher an. Ein guter Einstieg, wenn du dir bei so viel Toe noch nicht sicher bist.
Alle drei kannst du im 3D Curve Lab direkt nebeneinander legen, drehen und mit den CAD-Messwerten vergleichen – Lie, Öffnung am Toe, Kellenlänge, alles auf einen Blick. Und alle drei sind als Custom Stick ab einem Stück bestellbar, auf jedem SOYUZ-Modell.
Welcher Schaft passt dazu?
Die Point Curve ist eine Release-Kelle – und ein Release-Bogen will einen Schaft, der genauso schnell ist. Für den typischen Point-Stil (Abschluss aus dem Slot, Snapshot aus der Bewegung) passt ein Ultra-Low-Kick am besten: Der SOYUZ ARCANE ist unser Topmodell für explosive Schützen, der SOYUZ RAPID liefert dieselbe Basis mit ergonomischem D-Schaft. Wer als Center mehr Allround-Charakter braucht, fährt mit dem HIT GRIT (Hybrid-Kick) gut. Mehr dazu im Kickpunkt-Guide.
Für wen ist die Point Curve?
Für Stürmer, die ihre Tore aus dem Slot und aus der Bewegung schiessen, gerne mit dem Puck am Toe arbeiten und eine schwächere Backhand in Kauf nehmen. Nicht für Spieler, die viel über die Rückhand passen, oder für Einsteiger, die noch eine ausgewogene Kelle brauchen – dort bleibt die P92 die bessere Wahl. Wenn du bisher P28 spielst und dir der Toe noch nicht reicht: Willkommen, du bist hier richtig.
Häufige Fragen
Ist die Brayden Point Curve eine Retail-Curve? Nein. Sie existiert nur als Pro-Stock-Pattern. Im Retail-Programm der grossen Marken gibt es keinen Bogen mit diesem Toe.
Welche SOYUZ-Curve ist der Point Curve am ähnlichsten? Für Rechtsausleger die P116, für Linksausleger die P67. Beide haben einen sehr ähnlichen, spät ansetzenden Toe-Hook.
Kann man mit der Point Curve Backhand spielen? Ja, aber es ist deutlich schwieriger als mit einer Mid-Curve. Weil der Toe spät beginnt, bleibt die Backhand trotzdem möglich.
Welcher Lie passt? Die Pro-Stock-Version läuft mit Lie 6. Unsere Alternativen: P116 mit Lie 5.5, P67 mit Lie 6.5. Welcher Lie zu dir passt, hängt von Körpergrösse und Skating-Haltung ab – im Curve Lab siehst du die Werte direkt im Vergleich.