Blade of Leon Draisaitl's pro stock hockey stick photographed from above, showing the flat curve

Leon Draisaitls Schläger: Die flachste Curve der NHL im Detail

Leon Draisaitls Schläger: Die flachste Curve der NHL im Detail

Schaft von Leon Draisaitls Pro-Stock-Schläger von Warrior mit Namenszug DRAISAITL

Die halbe NHL ist in den letzten Jahren auf immer aggressivere Toe-Curves umgestiegen – P28, PRO9246, alles was schnell und hoch abgeht. Leon Draisaitl macht das genaue Gegenteil. Und er ist einer der besten Torschützen der Liga. Wir hatten seinen Schläger in der Hand.

Specs

  • Marke: Warrior
  • Flex: 100
  • Curve: Angepasste PM9 – flach, aber deutlich länger als die Standardversion
  • Schusshand: Links
  • Tape: Weiss am Knauf, schwarz an der Kelle von Ferse bis Toe

Der Flex ist das Erste, was auffällt. 100 ist deutlich steifer als bei den meisten NHL-Stürmern, die inzwischen oft bei 70 bis 85 liegen. Draisaitl ist gross, kräftig und bringt genug Kraft auf, um auch einen so steifen Schaft sauber durchzubiegen – und holt daraus mehr Schusskraft heraus, als ein weicherer Schläger ihm geben würde.

Warrior Logo und Griffbereich an Leon Draisaitls Pro-Stock-Schläger

Die Curve: eine PM9, die länger wurde

Kelle von Leon Draisaitls Pro-Stock-Schläger von oben fotografiert, zeigt den flachen Kurvenverlauf

Als Vorlage dient die PM9 – die klassische Gerade, gebaut für maximale Kontrolle, saubere Pässe und eine starke Rückhand. Draisaitls Version bleibt genauso flach, ist aber spürbar länger als die Standardkelle. In der Szene hat sie deshalb einen Spitznamen: burger flipper. Wer das Foto anschaut, versteht sofort, woher der kommt.

Kellenprofil von Leon Draisaitls Pro-Stock-Warrior-Schläger von der Seite

Was auf den ersten Blick altmodisch wirkt, ist eine sehr bewusste Entscheidung. Eine flache, lange Kelle gibt dir:

  • Maximale Kontaktfläche beim Schuss – der Puck sitzt länger auf der Kelle, die Richtung wird berechenbarer
  • Eine Rückhand, die funktioniert – bei Toe-Curves das grösste Opfer, hier kein Thema
  • Kontrolle bei der Passannahme, auch bei harten Zuspielen
  • Reichweite – die zusätzliche Länge hilft beim Abfangen und in Zweikämpfen an der Bande

Draisaitl schiesst nicht über Überraschung, sondern über Präzision und Wucht. Sein One-Timer im Powerplay ist eine der gefährlichsten Waffen der Liga – und genau dafür ist eine flache, lange Kelle das bessere Werkzeug als eine aggressive Toe-Curve.

Warum das gegen den Trend läuft

In unserem Artikel zur Datsyuk-Curve haben wir Draisaitl als die grosse Ausnahme bezeichnet. Hier ist der Beleg dazu.

Der Trend der letzten Jahre geht klar Richtung Toe: P28, PRO9246, P90TM – alles Kellen, die auf schnellen Release und kreatives Puckhandling ausgelegt sind. Draisaitl beweist, dass es auch andersherum geht. Die Lehre daraus ist nicht „flach ist besser“, sondern: die Curve muss zum Spiel passen, nicht zum Trend.

Die Lehre für dich: Wenn dein Spiel über Pässe, Rückhand und harte Schüsse aus der Distanz läuft, ist eine flache Kelle kein Rückschritt – sondern die richtige Wahl. Der beste Spieler der Welt macht es genauso.

Der Spieler

Leon Draisaitl, geboren 1995 in Köln, ist der erfolgreichste deutsche Eishockeyspieler aller Zeiten. 2014 an dritter Stelle von den Edmonton Oilers gedraftet, gewann er 2020 sowohl die Hart Trophy als wertvollster Spieler der Liga als auch die Art Ross Trophy als Topskorer – als erster Deutscher überhaupt. Sein Vater Peter Draisaitl war ebenfalls Nationalspieler.

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