Seitliche Ansicht eines schwarzen Eishockeyschlägers – die Kelle zeigt die Ausrichtung für Links- oder Rechtsausleger

Links- oder Rechtsausleger? So findest du deine Schlaghand

Links- oder Rechtsausleger? So findest du heraus, welche Seite zu dir passt

Bevor du dich für Flex, Länge oder Kelle entscheidest, musst du eine Frage zuerst beantworten: Spielst du links oder rechts? Diese Entscheidung steht ganz am Anfang – im Konfigurator ist sie das Erste, was wir von dir wissen müssen – und sie lässt sich später nicht mehr korrigieren. Ein Eishockeyschläger ist keine Pfanne, die man einfach andersherum hält.

Die gute Nachricht: Herausfinden lässt sich das in fünf Minuten, ganz ohne Eis.

Was heisst Links- und Rechtsausleger überhaupt?

Anders als beim Schreiben, Tennis oder Fussball beschreibt die Seite beim Eishockey nicht, welche Hand die stärkere ist. Sie beschreibt, wo deine Hände am Schläger liegen.

Seite Obere Hand (Knauf) Untere Hand Kelle zeigt
Linksausleger (LH) rechte Hand linke Hand nach links
Rechtsausleger (RH) linke Hand rechte Hand nach rechts

Merk dir am besten die untere Hand: Linksausleger haben die linke Hand unten, Rechtsausleger die rechte. Das ist die Definition, die auch wir bei jeder Bestellung meinen.

Wichtig ist das deshalb, weil die Kelle gebogen ist – und zwar nur in eine Richtung. Ein Linksausleger-Schläger funktioniert für einen Rechtsausleger schlicht nicht.

Der häufigste Irrtum: Schreibhand ist nicht gleich Schlaghand

Das ist der Fehler, den wir am häufigsten hören: „Ich bin Rechtshänder, also brauche ich einen Rechtsausleger.“ So einfach ist es leider nicht – und ziemlich oft ist genau das Gegenteil richtig.

Der Grund liegt in der Aufgabenteilung am Schläger. Die obere Hand steuert, dreht und kontrolliert die Kelle; sie macht die Feinarbeit beim Stickhandling. Die untere Hand liefert vor allem Kraft. Wer seine geschicktere Hand oben hat, spielt technisch sauberer – und das bedeutet für viele Rechtshänder: rechte Hand oben, also Linksausleger.

Genau deshalb spielt in Kanada ein Grossteil der Spieler links, obwohl die meisten Menschen Rechtshänder sind. Auch bei uns sieht man das deutlich: Über alle bisherigen Custom-Bestellungen hinweg sind rund 68 % Linksausleger und 32 % Rechtsausleger – also gut zwei Drittel zu einem Drittel.

Trotzdem gilt: Es gibt kein Richtig oder Falsch. Es gibt nur die Seite, die sich für dich natürlich anfühlt.

Drei Tests, die in fünf Minuten Klarheit schaffen

Test 1: Der Besentest – der zuverlässigste

Nimm einen Besen, einen Wischmopp oder einen Stock und fege damit den Boden – ohne nachzudenken. Halte dann inne und schau dir deine Hände an.

Liegt die rechte Hand oben, bist du mit hoher Wahrscheinlichkeit Linksausleger. Liegt die linke Hand oben, deutet alles auf Rechtsausleger hin.

Der Trick ist das „ohne nachzudenken“. Sobald du überlegst, verfälschst du das Ergebnis. Am besten bittest du jemanden, dir den Besen einfach in die Hand zu drücken.

Test 2: Der Zuwurf

Lass dir von jemandem einen Schläger zuwerfen und fange ihn. Wie du ihn dann automatisch greifst, entspricht in den allermeisten Fällen deiner natürlichen Seite. Auch hier gilt: Der erste Griff zählt, nicht der zweite.

Test 3: Die Axt oder die Schaufel

Stell dir vor, du spaltest Holz oder schaufelst Schnee. Beide Bewegungen entsprechen der Hockey-Haltung erstaunlich genau. Welche Hand rutscht nach unten? Diese Hand bestimmt deine Seite.

Kommen alle drei Tests zum selben Ergebnis, kannst du getrost bestellen. Widersprechen sie sich, gilt: Nimm das Ergebnis des Besentests – er kommt der Bewegung beim Stickhandling am nächsten.

Für Eltern: die Seite beim Kind bestimmen

Beim ersten Schläger für dein Kind ist die Versuchung gross, von der Schreibhand auszugehen. Tu das nicht – aus den oben genannten Gründen stimmt das oft nicht.

  • Beobachte, statt zu korrigieren. Gib deinem Kind einen Schläger in die Hand und schau, wie es ihn von selbst greift. Kinder wählen ihre natürliche Seite fast immer intuitiv richtig.
  • Teste es spielerisch. Ein paar Bälle im Garten reichen. Auf welcher Seite wirkt die Bewegung flüssiger und weniger verkrampft?
  • Frag den Trainer. Wer regelmässig mit Kindern auf dem Eis steht, erkennt das oft nach wenigen Minuten.
  • Korrigiere nicht zurecht. Wenn dein Kind links spielt, obwohl es rechts schreibt, ist das völlig normal und kein Fehler.

Und ein praktischer Hinweis: Wechsle die Seite nicht mehr, sobald dein Kind ein oder zwei Saisons gespielt hat. Der Wechsel kostet mehr, als er je einbringt.

Häufige Fehler, die du dir sparen kannst

❌ Von der Schreibhand ausgehen – der Klassiker, und in gut der Hälfte der Fälle falsch
❌ Den Schläger eines Kollegen als Massstab nehmen
❌ Lange überlegen statt einfach greifen
❌ Die Seite wählen, weil „die meisten links spielen“

✅ Den ersten, spontanen Griff nehmen – er ist fast immer der richtige
✅ Im Zweifel mehrere Tests machen
✅ Bei Unsicherheit kurz nachfragen, bevor du bestellst

Und wenn ich mich trotzdem vertan habe?

Dann lässt sich der Schläger leider nicht umdrehen. Die Kelle ist gebogen, der Schaft ist auf die Belastung einer Seite ausgelegt, und auch ein aufgedruckter Name sitzt seitenrichtig. Ein Linksausleger-Stock bleibt ein Linksausleger-Stock.

Genau deshalb ist diese Frage die einzige im Konfigurator, bei der wir dir raten, lieber zweimal hinzuschauen. Den Flex kannst du beim nächsten Schläger anpassen, die Länge lässt sich kürzen – die Seite nicht.

Kurzer Hinweis für Goalies

Bei Torhütern funktioniert die Logik anders. Dort spricht man nicht von Links- oder Rechtsausleger, sondern von der Fanghand – und die Bezeichnungen „Regular“ und „Full Right“ sorgen regelmässig für Verwechslungen. Wenn du einen Goaliestock suchst, findest du die Erklärung in unserem Goaliestock-Guide.

Bereit für deinen Schläger?

Du kennst jetzt deine Seite – damit ist die wichtigste Entscheidung getroffen. Alles Weitere, von Flex über Länge bis zur Kelle, lässt sich in Ruhe abstimmen.

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Weiterführende Guides

Dieser Artikel gehört zu unserem grossen Eishockeyschläger-Guide. Weiter geht es mit dem richtigen Flex, der richtigen Länge und der passenden Kelle.

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