Miro Aaltonens Schläger: Eine Kelle ganz ohne Code – und was das bedeutet

Miro Aaltonens Schläger: Eine Kelle ganz ohne Code – und was das bedeutet

Miro Aaltonens Schläger: Eine Kelle ganz ohne Code – und was das bedeutet

Schaft von Miro Aaltonens Pro-Stock-Schläger mit Namenszug AALTONEN, Spieler-ID 159107-0 und Flex 77

Bei den meisten Pro-Stock-Schlägern steht die halbe Konfiguration auf dem Schaft: Flex, Curve-Code, Spielernummer, Werkscode. Bei Miro Aaltonens Bauer fehlt ausgerechnet die Angabe, die Spieler am meisten interessiert – die Kelle.

Wir haben den Schläger bei einem Sammler fotografieren dürfen. Was draufsteht, was nicht draufsteht, und warum gerade das Fehlende die interessantere Geschichte ist.

Was auf dem Schaft steht

  • Modell: Bauer Vapor Hyperlite
  • Flex: 77
  • Schusshand: Links
  • Spieler-ID: 159107-0
  • Curve: kein Code
  • Griff: Rotes Griptape, überlappend bis zum Knauf

Die Zahlenreihe 159107-0 ist keine Seriennummer, sondern Aaltonens Spieler-ID bei Bauer. Über sie ordnet die Fabrik jeden einzelnen Schläger dem richtigen Profi zu – Länge, Flex, Kelle und Lackierung hängen an dieser einen Zahl. Dieselbe Systematik hatten wir schon bei Trevor Zegras (171941-2) und bei Andres Ambühl.

Dass dort HYPERLITE steht und nicht HYPERLITE 2, ordnet den Schläger der ersten Generation zu. Bauer setzt die Ziffer ab dem Nachfolger dazu.

Der Flex: 77 bei einem Center

77 ist ein moderater Wert – und damit reiht sich Aaltonen in ein Muster ein, das uns in dieser Serie immer wieder begegnet. Patrick Kane spielt 77, Zegras ebenfalls, Malkin 87.

Die Vorstellung, dass Profis besonders steife Schläger spielen, hält sich hartnäckig – und stimmt in dieser Form nicht. Wer schnell abziehen will, lädt den Schaft lieber leicht als schwer. Die Ausnahme in unserer Serie ist bisher Leon Draisaitl mit 100 – und der schiesst über Wucht, nicht über Tempo.

Die Kelle: was man sieht, ohne Code

Kelle von Miro Aaltonens Pro-Stock-Schläger von oben fotografiert, offene Mid-Curve mit rundem Toe

Auf der Kelle steht nichts. Kein PRO-Code, keine Nummer, nichts. Wir können also nur beschreiben, was zu sehen ist:

Die Krümmung setzt in der Blattmitte an und läuft von dort gleichmässig zur Spitze aus. Kein Absatz an der Ferse, kein abrupter Knick vorne. Der Toe ist rund, die Schaufel offen.

Unsere Einordnung, als das was sie ist: Diese Geometrie gehört in die Familie der P92 – die mit Abstand meistgespielte Bauform der Welt. Ob es eine Retail-P92 ist oder eine auf Aaltonen angepasste Pro-Version, lässt sich ohne Code nicht feststellen. Bei einem Spieler dieser Klasse ist Zweiteres wahrscheinlicher. Belegen können wir es nicht, und dann behaupten wir es auch nicht.

Warum steht da kein Code?

Das ist der zweite Schläger in dieser Serie ohne Kellencode – nach dem von Andres Ambühl. Und die Erklärung ist in beiden Fällen dieselbe, auch wenn sie unterschiedlich ausfällt.

Retail-Codes wie P92 oder P88 existieren, damit du im Laden weisst, was du kaufst. Ein Profi kauft nicht im Laden. Seine Kelle wird gegen eine hinterlegte Spezifikation gefertigt – die Spieler-ID auf dem Schaft ist der Code. Alles Weitere wäre doppelt.

Bei Ambühl fehlte der Code, weil seine Form so speziell ist, dass es kein Retail-Äquivalent gibt. Bei Aaltonen dürfte es umgekehrt sein: Die Form ist so nah an einer Standardkelle, dass es nichts zu benennen gibt. Beides führt zum selben leeren Blatt.

Ungetapte Kelle – und was das verrät

Ungetapte Kelle von Miro Aaltonens Pro-Stock-Schläger mit Signatur und Nummer 15

Die Kelle ist blank – kein Tape, nur Carbon, dazu Aaltonens Signatur und seine 15.

Ehrlich gesagt: Wir wissen nicht, ob dieser Schläger je auf dem Eis war. Entweder wurde er nie gespielt, oder das Tape wurde für die Signatur abgenommen. Beides ist plausibel, und wir haben ihn nicht in dem Zustand gesehen, in dem er die Kabine verlassen hat. Anders als bei Nico Hischier oder Zegras, wo wir den originalen Tapejob zeigen konnten, können wir hier zum Spielzustand nichts sagen.

Was wir dadurch sehen, sieht man sonst selten: die nackte Kellenform, ohne Tape, das jede Kante weichzeichnet.

Der rote Griff

Rotes Griptape am Knaufende von Miro Aaltonens Pro-Stock-Schläger

Am Knauf sitzt rotes Griptape, sauber überlappend gewickelt, mit einem kompakten Abschluss oben. Kein aufgebauter Knauf, keine Spirale.

Farbiges Griptape ist bei Profis häufiger, als man denkt – Zegras spielt gelb. Auf dem Eis sieht das niemand, aber in der Kabine findet man seinen Schläger im Sekundenbruchteil. Bei einem Dutzend identischer schwarzer Stöcke im Ständer ist das der eigentliche Zweck.

Der Spieler

Miro Aaltonen, Jahrgang 1993, ist finnischer Center und seit 2025 beim SC Bern unter Vertrag. Davor spielte er drei Saisons beim EHC Kloten. Sein grösster Erfolg: Olympiagold 2022 mit Finnland.

Ein Center mit 77er Flex und einer offenen Mid-Curve – das passt zu einem Spielertyp, der über schnelle Abschlüsse und Puckkontrolle kommt statt über den harten Schuss aus der Distanz.

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